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MeditationLiebe Leserinnen und Leser,den folgenden Text hat eine Gruppe des Konfirmandenjahrgangs 2007 auf der Konfirmandenfreizeit im Kloster Höchst/Odw. konzipiert. Er verfremdet das „Herzgebet“ unseres Glaubens, das Jesus in Anlehnung an das jüdische 18- Bitten-Gebet seine Jünger lehrte. Vater unser im Himmel     Und warum nicht auf Erden? Geheiligt werde dein Name     Und warum nicht alle Menschen? Dein Reich komme     Und kommt es auch zu uns? Dein Wille geschehe     Und unser Wille? wie im Himmel, so auf Erden     Und auch in unseren Herzen? Unser tägliches Brot gib uns heute     Und morgen? Und vergib uns unsere Schuld     Und die Schuld der anderen? wie auch wir vergeben unsern Schuldigern     Und sie auch uns? Und führe uns nicht in Versuchung     Und wenn doch? sondern erlöse uns von dem Bösen     Alles Böse? Wirklich? Denn dein ist das Reich     Und warum nicht unser Reich? und die Kraft     Wo bleibt unsere Kraft? und die Herrlichkeit     Welche? in Ewigkeit     In alle Ewigkeit? Amen     Ja und Amen zu allem?     – Niemals! Zuerst bin ich ganz schön erschrocken. Vielleicht sind Sie beim Lesen auch ein wenig befremdet gewesen. Aber wir werden durch die Fragen, die zu den einzelnen Bitten und Teilen gestellt werden, gezwungen nachzudenken. Junge Menschen machen uns mit ihren Fragen und Sichtweisen des Lebens unsicher und nachdenklich. Das ist gut so. Leiern wir das „Vaterunser“ nicht manchmal gedankenlos herunter? Und übernehmen wir nicht als selbstverständlich das Gottes- und Menschenbild vergangener Jahrhunderte? Mir wurde deutlich, wie sehr sich die Konfirmanden in ihren eigenen Sehnsüchten, Wünschen, Ängsten und Ansichten mit dem Erwachsenenglauben und dem der Vorväter allein gelassen fühlen. Auch spüren sie und geben zu verstehen, dass viele Christen nicht so leben, wie sie glauben. Sie fordern uns auf: Laßt uns nicht zu kurz kommen. Nehmt uns ernst und wichtig. Schiebt nicht alles auf „die da oben“ oder „Den da oben“. Nehmt eure eigenen Grundsätze, die ihr von uns einfordert, selber ernst. Was die jungen Menschen offenbar quält, ist: Ungerechtigkeit und Unfriede, die Unterdrückung der Würde vieler Menschen, der Hunger und das Elend in der Welt. Sie leiden an den vielen Versuchlichkeiten und an der Macht des Bösen und der Ohnmacht des Guten. Sie fragen sich, ob sie genügend Kraft aufbringen, Widerstand zu leisten gegen all das, was nicht gut zu heißen ist. Den bemerkenswertesten Satz finde ich am Ende: „Ja und Amen“ zu allem wollen sie nicht sagen. Niemals! So halten sie uns Erwachsenen den Spiegel vor und erinnern uns an unsere Verantwortung, die wir vor Gott und Menschen haben. – Man wird ja mal fragen dürfen… Herzliche Grüsse – auch von meinem Kollegen Pfr. Heymach – Ihr Pfarrer Dr. Ernst L. Fellechner
LosungenJahreslosung 2010Jesus Christus spricht.Euer Herz erschrecke nicht ! Glaubt an Gott und glaubt an mich ! Johannes 14,1 Monatsspruch August 2010
Jesus Christus spricht:
Ihr urteilt, wie
Menschen urteilen,
ich urteile über
keinen. Monatsspruch September 2010
Ein Mensch, der da isst und
trinkt und hat guten Mut bei all
seinem Mühen, das ist eine
Gabe Gottes. Monatsspruch Oktober 2010
Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan
und niemand kann sie zuschließen. Monatsspruch November 2010
Gott spricht Recht im Streit der
Völker, er weist viele Nationen
zurecht. |